Die Nummer Eins im Musikstreaming ist nach wie vor das Spotify. Dank dem enormen Erfolg des schwedischen Unternehmens sind weitere namhafte Firmen ins Geschäft eingestiegen: Beats, Deezer oder Google, nur um einige zu nennen. Bislang hat Apple diesen Trend verpennt, möchte aber diesen Sommer aufschließen. Leider mit zweifelhaften Methoden.

Der Musikdownload weicht zusehends dem Musikstreaming. Eine Entwicklung, die Apple nicht von Anfang an mitgemacht hat, weshalb Cupertino nun in aller Hast aufschließen muss und will. Durch den Kauf der Beats Inc. im vergangenen Sommer holte man sich nicht nur die bunten Kopfhörer ins Haus, sondern auch Beats Music. Der Streamingdienst soll als Grundlage für einen Apple-eigenen Dienst dienen. Soweit so gut. Aber warum sind Spotify und Co. empört und weshalb will das US-Justizministerium ermitteln?

Apple soll laut dem US-Blog TheVerge enormen Druck auf Plattenfirmen ausgeübt haben. Hintergrund ist das Geschäftsmodell von Spotify, das entweder kostenlos oder kostenpflichtig genutzt werden kann. Das kostenlose Modell ist werbefinanziert, sprich der Nutzer bekommt zwischen den Songs Werbung zu hören. Im 9,99 Euro teuren Premium-Abo ist dies nicht der Fall. Aktuellen Zahlen zufolge sollen 60 Millionen User Spotify nutzen, allerdings greifen nur ein Viertel der User auf das Premium-Abo zu.

Beats Music iPhone

Und genau dieses Modell ist Apple ein Dorn im Auge: In Cupertino vermutet man, dass die Erfolgschancen des eigenen Dienstes gegenüber kostenlosen Angeboten, wie eben von Spotify, geschmälert würden. Auf Plattenfirmen wurde entsprechend Druck ausgeübt, etwaige Kooperationen mit Spotify aufzukündigen – zumindest wenn es um kostenlose Inhalte geht.

Was erhofft sich Apple daraus? Zum einen sollen Konkurrenten geschwächt und die eigene Marktposition gestärkt werden. Zum anderen würde beim Wegfall vom werbegestützten Spotify viele User “heimatlos”. Diese würden, wenn Apple seinen eigenen Dienst günstiger oder funktionsreicher gestaltet, eventuell zum Angebot aus Cupertino wechseln. Noch ist Vieles unklar und wir werden das Thema natürlich weiter im Auge behalten…