Der Hacker Ryan Collins verschaffte sich im Jahr 2014 Zugang zu Gmail- und insbesondere iCloud Accounts von einer Hundertschaft von Personen, darunter überwiegend Prominenten. Nun wurde Anklage gegen den Mann erhoben, der die schamesröte in das Gesicht vieler Promis trieb.

Gegen den 36 Jährigen Hacker Ryan Collins wurde laut dem Magazin 9to5mac heute formelle Klage in Los Angeles erhoben. Die Klageschrift beinhaltet primär den Computerbetrug, der hierzulande unter dem § 202a Strafgesetzbuch als das Ausspähen von Daten bekannt ist. Collins hatte sich durch die sogenannte Phishing Methode Zugang zu diversen Gmail und insbesondere iCloud Accounts von Prominenten geschnappt und nicht Jugendfreie, private Schnappschüsse der reichen und schönen auf eine Website hochgeladen. Wobei letzteres nur gemutmaßt wird. Das Hochladen der Bilder konnte Collins nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Sollte dies doch gelingen, wird wohl eine neue, umfangreichere Klage erhoben.

Collins hat bereits ein schriftliches Geständnis abgelegt und wird aller Voraussicht nach hierdurch – wie es in den USA üblich ist – einen Deal mit der Staatsanwalt eingegangen sein. Hierdurch wird er wohl 18 Monate im Gefängnis verbringen müssen. Ohne dieses Geständnis hätte sich der Strafrahmen bei bis zu fünf Jahren bewegt.

Die Frage nach der Moral

18 Monate wird Collins also aller Wahrscheinlichkeit nach ins Gefängnis kommen. Dieses Urteil wird, bedingt durch die Vielschichtigkeit der Gedanken eines jeden, einzelnen Individuums, natürlich sowohl auf Zustimmung als auch auf Ablehnung stoßen. Auf der einen Seite freuen sich wohl unzählige Männer ihre Lieblingssängerin bzw. Lieblingsschauspielerin mal so zu sehen, wie Gott sie schuf. Es seien schließlich Prominente, die dumm genug waren, Nacktselfies von sich selbst zu schießen und auf eine Cloud hochzuladen und zu allem Überfluss dann auch noch auf eine Phishing Mail zu reagieren.

Auf der anderen Seite stehen selbstredend der Schutz der Privatsphäre und vor allem die kriminelle Energie, die der Hacker Collins investiert hat, um an die Nacktbilder zu kommen. Prominente haben zwar in gewissen Bereichen weniger Schutz der Privatsphäre als der Normalbürger, doch die Intimsphäre einer jeden Person – egal wie berühmt sie ist – ist zu schützen. Die Beweggründe Collins werden sich im Verfahren vielleicht darstellen, jedoch sollte man zwei Fakten nie aus den Augen lassen. Zum einen könnte man selbst versehentlich in eine Phishing Falle tappen, zum anderen könnte es sein, dass dann nicht nur Privatbilder entwendet werden, sondern Kontodaten usw. .