Wahrscheinlich waren in der gesamten Apple Geschichte die wichtigsten Features eines kommenden iPhone nie so früh bekannt wie in diesem Jahr. Monate vor der gestrigen iPhone 7 Keynote war klar, was kommen wird: ein beinahe unverändertes Design, ein fehlender Kopfhöreranschluss sowie eine verbesserte Kamera. Dennoch war das Event interessant und es gab einiges darüber zu erzählen, was unter der Haube des iPhone 7 steckt.

Auf der gestrigen Keynote präsentierte Apple sein lang erwartetes iPhone 7 vor. Worauf Apple viel Zeit verwendet hat und was seit Monaten die Netzgemeinde in Atem hielt, war der weggefallene Kopfhöreranschluss. Eine kontroverse Entscheidung, die auch nach dem Event viele Apple Fans nicht in Ruhe lassen wird. Obgleich auf der Bühne all die Vorzüge einer Musikwiedergabe über den Lightning Anschluss demonstriert wurden, ist spätestens seit der Enthüllung der neuen kabellosen Kopfhörer, AirPods genannt, das Kopfschütteln groß.

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Zum einen ist das Design gewöhnungsbedürftig, doch noch mehr dürfte der Preis und die Tatsache, dass man die Beiden eher verliert als kabelgebundene Kopfhörer, für Kritik sorgen. So kosten die AirPods 179 Euro – ein stolzer Preis für solch ein “kleines” Accessoire. Auf der technischen Seite hat Apple aber einiges in die Waagschale geworfen. So liefern die AirPods dank ihrer Ausstattung einen besseren Sound ab, während kleine Gimmicks das Ganze abrunden. Ein Klopfer auf den Kopfhörer aktiviert den Sprachassistenten Siri, während Sensoren die Wiedergabe anhalten, sobald sie aus dem Ohr genommen werden. Am unteren Ende des Akkus, der fünf Stunden Musikwiedergabe erlauben soll, hängt natürlich ein Mikrofon fürs freie Sprechen. Immerhin gibt Apple mit dem iPhone 7 einen Adapter mit, wodurch die aktuellen EarPods ans neue iPhone verbunden werden können. Auch hier ist mit einer besseren Soundqualität zu rechnen. Der große Nachteil allerdings ist, dass man nicht gleichzeitig Musik hören und das iPhone aufladen kann, da es ja nur einen Lightning Anschluss gibt.

Nun wenden wir uns dem iPhone 7 und iPhone 7 Plus zu. Wie zu erwarten, hat sich am Design nur Minimales geändert. Die Antennenstreifen verlaufen nun die Kante entlang, was die Rückseite mit dem Apfellogo schöner wirken lässt. Aufgrund des weggefallenen Kopfhöreranschlusses ist das Gehäuse nochmals verschlankt worden, während das iPhone 7 Plus mit einer Dual-Kamera glänzt. Die meisten Neuerungen aber lassen sich unter der Haube finden. Unter ihnen ist der A10 Fusion Chip, der erstmals in Apple’s iPhone Geschichte ein Quadcore-Prozessor ist. Inspiriert durch die von Chiphersteller entwickelten big.LITTLE Prinzip arbeiten zwei Rechenkerne auf Höchstleistung, während die zwei anderen bei kleineren Aufgaben zum Zuge kommen. Dadurch ist eine optimale Leistung bei geringerem Akkuverbrauch möglich.

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Den allergrößten Fokus hat Apple aber auf die Kamera gelegt. Während bei beiden iPhone 7 Modellen die Kameraauflösung bei 12 Megapixel beibehalten wird, sorgen andere Verbesserungen dafür, dass schönere und vor allem schärfere Aufnahmen gelingen. Das kleine wie das große iPhone haben eine optische Bildstabilisierung verpasst bekommen, während vor allem das iPhone 7 Plus mit seiner Dual-Kamera brilliert. Eine Kombination aus Weitwinkel- und Teleobjektiv ermöglicht beim Zoom, dass die hochauflösende Schärfe nicht verloren geht und das dank des zweifachen optischen Zooms. Vier LED-Blitze sorgen indes dafür, dass helle Bilder selbst in dunklen Umgebungen entstehen.

Was den Homebutton angeht, hat Apple tatsächlich den mechanischen Button durch einen Force Touch Button ersetzt. Ein unter der Haube steckendes Tactile Engine genannte Komponente gibt Vibrationen an den Finger des Users weiter, dass dieser seine Eingaben als bestätigt wahrnimmt. Das Gute am neuen Button: da es kein mechanischer Knopf ist, dürfte weitaus weniger Verschleiß entstehen. Selbstverständlich ist der Fingerabdrucksensor Touch ID ebenfalls mit an Bord. Das Retina Display soll indes 25 % heller scheinen, was vor allem dann hilfreich sein dürfte, wenn die Sonne direkt auf den Bildschirm strahlt. Übrigens: wegen des fehlenden Kopfhöreranschlusses sind das iPhone 7 und iPhone 7 Plus wasserfest und staubdicht (IP67-Zertifizierung). Man sollte dennoch nicht ins Wasser mit ihnen steigen, bis wir erste Praxistests gesehen haben.

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Beim internen Speicher hat Apple endlich die verhasste 16 GB Option gestrichen. Die neue Untergrenze macht die 32 GB Version aus, gefolgt von 128 und 256 GB. Warum Apple keine 64 GB Speichermodule verwendet, weiß man wohl nur in Cupertino. Jedenfalls können beide neuen iPhones ab dem 9. September vorbestellt werden und ab 16. September dürften sie bei euch eintreffen. Preislich startet das iPhone 7 bei 759 Euro für die 32 GB Variante, während man 869 Euro für die 128 GB Option und 979 Euro für das 256 GB Modell bezahlt. Das iPhone 7 Plus startet ab 899 Euro (32 GB), geht über 1009 Euro (128 GB) und endet bei 1119 Euro (256 GB). Und nicht vergessen, es gibt zwei neue schicke Farben, die seit vielen Jahren gefehlt haben: Mattschwarz und Diamantschwarz!

Bild: apple.de