Nicht erst seit der offiziellen Vorstellung des iPhone X wissen wir um dessen teures Preisschild. Den Sommer über tauchten Spekulationen auf, wonach Apple erstmals ein iPhone für über 1.000 Dollar verkaufen wird. Und es kam wie erwartet: auf der Bühne in Cupertino wurden 999 Dollar fürs iPhone X veranschlagt. Deutsche Kunden zahlen dank unvorteilhafter Währungsumrechnung sogar mehr: 1.149 Euro. Da stellt sich einem doch die Frage, wie viel Apple für die Herstellung bezahlt?

Apple gelingt es wie sonst keinem anderen Hersteller eine ordentliche Gewinnspanne zu erzielen. Der Konzern aus Cupertino hält einen weltweiten Smartphone-Anteil von knapp 15%, erzielt aber mehr als 80% aller erzielten Gewinne. Diese Diskrepanz zwischen Marktanteil und Gewinn kann nur eines bedeuten: Apple verdient sehr gut an jedem einzelnen verkauften iPhone. Zum Vergleich: der ärgste Konkurrent Samsung hält einen weltweiten Smartphone-Anteil von 22%, macht allerdings nur 15,5% der weltweiten Gewinne.

Wie hoch die Gewinnspanne ist, das wurde zuhauf in Teardowns demonstriert. Dabei wird jede Komponente mit einem Preisschild versehen und so der Gesamtpreis des iPhone ermittelt. Allerdings nur die Hardware sowie die Arbeitskosten in den chinesischen Fabriken. Denn die Kosten für Marketing, Logistik, Apple Stores oder dem Personal sind nicht mit inbegriffen. So kostete das iPhone 7 in der Herstellung rund 200 Euro, womit Kosten für Komponenten wie Mainboard, Chip und Kamera sowie das Zusammenschrauben inbegriffen waren. Verkauft wurde es anschließend für 759 Euro. Blieben Apple also gut 500 Euro übrig.

Beim Jubiläumsmodell iPhone X geht dieses Schma weiter. Trotz der neuen Features wie OLED-Display, der verbesserten und Face ID-fähigen Kamera oder dem kabellosen Aufladen, hält Apple an seiner Gewinnspanne fest. Der Verkaufspreis von 1.149 Euro fürs 64 GB iPhone X ist also weniger der neuen Hardware geschuldet als vielmehr Apple’s Festhalten an seinen Margen. Klar hätte das iPhone X hierzulande auch für 999 Euro über die Ladentheke gehen können. Aber das wären 150 Euro weniger pro Gerät. Mindestens. Denn wer sich dazu entschließt Apple Care+ abzuschließen, der sieht sich gestiegenen Preisen für Apple’s Garantie ausgeliefert.

Was kostet das iPhone X also in der Herstellung? Die chinesische Website ichunt.com listet die iPhone X Komponenten und jeweiligen Preise auf. Wer sollte es auch besser wissen, denn schließlich werden das iPhone als auch so gut wie alle Komponenten in Asien gefertigt. So schätzen die Chinesen die iPhone X Kosten auf rund 413 US-Dollar für die 256 GB Variante. Teuerste Komponente ist das von Samsung gefertigte OLED-Display für das Apple 80 Dollar nach Südkorea überweist. Kommen die Fertigungskosten von rund 15 Dollar dazu, kommt das iPhone X auf Herstellungskosten von insgesamt 430 Dollar. Verkauft wird es in den USA zum Preis von 1.149 Dollar. Zum Vergleich: deutsche Kunden zahlen fürs iPhone X mit größerem Speicher stolze 1.319 Euro.