Lange hat es nicht gedauert bis auch das iPhone 8 und 8 Plus mit einer Wartezeit versehen wurden. Während die Vorbesteller der ersten Stunde schon Ende dieser Woche mit ihrem neuen iPhone rechnen können, müssen sich alle anderen gedulden. Zwischen einer und zwei Wochen beträgt nun die Lieferzeit bei Apple. Das iPhone X, der wahre Held des Events, wird sogar noch später erscheinen. Da fragt man sich: ist das Apple’s Absicht oder ist die Nachfrage einfach zu gewaltig?

So gut wie jedes neue elektronische Gerät scheint genau am Releasetermin nicht verfügbar zu sein. Stattdessen muss man mit längeren Wartezeiten rechnen oder aber vorbestellen. Letztere Option ist nichts für jedermann, da sie die berüchtigte Katze im Sack fürchten. Gewiss, bei vielen Herstellern von Unterhaltungselektronik sind die Wartezeiten gewaltig lang. Bei Apple handelt es sich noch um überschaubare zwei Wochen beim jetzigen Line-up. Auf vergangene Generationen musste man einen Monat oder länger warten. Bei nicht wenigen stellt sich die Frage, ob das alles Absicht ist um die Käufer anzuheizen oder aber tatsächlich mit Verzögerungen bei der Produktion zusammenhängt.

Das Wall Street Journal ist dieser Frage nachgegangen und hat drei Faktoren festgestellt, die für ein knappes iPhone Angebot zum Marktstart verantwortlich sind. Diese drei umfassen das Vorhersagen der Nachfrage, Apple’s Perfektionismus sowie knappe Komponenten. Laut dem Wirtschaftsblatt ist es also nicht die vielfach vermutete böse Apple Marketingstrategie, sondern vielmehr ein Mix aus den drei Faktoren.

Was das Vorhersagen des Kundenbedarfs angeht, so seien Vorbesteller-Daten enorm wichtig. Mit diesen kann Apple abschätzen welches Modell mit welcher Farbe und Speichergröße am meisten gefragt ist und so die Produktion anpassen. Ein Insider teilte der Zeitung mit, dass treffsichere Vorhersagen bei Preisänderungen besonders schwierig seien. Während das iPhone 8 und 8 Plus preislich den Vorgängern folgen, ist das iPhone X erst ab 1.149 Euro erhältlich. Wie sich das auf die Entscheidung des Kunden auswirkt ist nicht leicht abzuschätzen. Werden die Kunden den höheren Preis in Kauf nehmen oder nicht? Werden sie bis Anfang November auf das Jubiläumsmodell warten oder nicht?

Auch spielt Apple’s Perfektionismus, so die Bezeichnung der Zeitung, eine enorme Rolle bei verzögerten Releases. Apple würde nicht nur einen hohen Standard bei seinen Geräten ansetzen, auch würden kurzfristige Änderungen den engen Zeitplan aus der Bahn werfen. So hätte allein die Verlagerung einer einzigen Schraube Konsequenzen für alle anderen Komponenten. In einem Jahr muss Apple also Forschung in Design und Technik sowie die anschließende Produktion unter einem Hut bringen. Ein enormer Zeit- und Innovationsdruck, den es in der Unterhaltungselektronik sonst nirgends gibt.

Und zuguterletzt ein paar Worte zur Knappheit an Komponenten, die als dritter Faktor die pünktliche Auslieferung verhindert. Dass sich das iPhone X von seinen beiden Kompagnons unterscheidet, war im Laufe der vergangenen Monate klar geworden. Durch das OLED-Display, der verbesserten Kamera, dem brandneuen A11 Chip und dem kabellosen Aufladen sind viel mehr neue Komponenten nötig gewesen. Und das prädestinierte das iPhone X für einen späteren Releasetermin, genauer dem 3. November. Alles in allem gewichtet Apple die Qualität vor der Quantität und das ist auch gut so. Was ist ein funktionierendes iPhone X schon gegen ein fehlerbehaftetes Gerät, das man vier Wochen früher in Händen hält? Genau, nichts.

Bild: apple.de