Zwischen Apple und dem Chiphersteller Qualcomm läuft es schon lange nicht gut. Beide Konzerne sahen sich mehrmals vor Gericht und wie immer geht es um Patentstreitigkeiten. Qualcomm wirft Apple vor Technologien einzusetzen, ohne aber dafür zu bezahlen. Apple hält dagegen, dass Qualcomm zu viel veranschlagt. Nun geht der Streit in die nächste Runde: Qualcomm fordert von der US-Regierung ein Verkaufsverbot des iPhone X in den Vereinigten Staaten.

Die Patentstreitigkeiten zwischen Apple und Qualcomm eskalieren zusehends. Apple wird vorgeworfen Technologien zu nutzen und dafür kein oder wenig Geld zu zahlen. Der Konzern aus Cupertino hingegen argumentiert, dass man an Qualcomm zahle, der Chiphersteller aber auch Geld für Technologien verlange, die dieser nicht entwickelt habe. Nun geht das Ganze in die nächste Runde mit Qualcomm’s Versuch ein iPhone X Verkaufsverbot in den USA durchzusetzen, wie Reuters berichtet.

Konkret geht es um 16 unterschiedliche Patente, die Qualcomm gehören und von Apple genutzt werden. Darunter sind Technologien, die die Akkulaufzeit verbessern oder auch so etwas wie der Effekt beim Portrait Modus. Daher zielt die Klage auf jene Geräte ab, die diese Technologien verwenden und über ein Modem von Intel verfügen: das iPhone 7 und 7 Plus, das iPhone 8 und iPhone 8 Plus sowie das Jubiläumsmodell iPhone X. Ausgenommen sind jene Modelle mit Qualcomm Modem, die in den USA nur von Sprint und Verizon angeboten werden. Der Chiphersteller verlangt nichts Geringeres als eine Entschädigung und den sofortigen Verkaufsstopp der Geräte, die die genannten Patente verletzen.

Apple selbst kommentierte den Schritt des Klägers nicht und verwies stattdessen auf eine selbst eingereichte Klage. Dort heißt es in etwa, dass Apple mit seinem iPhone und Technologien wie Face ID die Menschen begeistere und Qualcomm seine Rolle in der Entwicklung des Smartphone überschätze. Interessant zu erwähnen ist, dass auch einige Android Hersteller mit Qualcomm um Patente ringen. Auch sie werfen dem Chiphersteller vor viel zu viel für die Patente zu verlangen. Es geht etwa darum, dass weitere auf ein Patent aufbauende Technologien von Qualcomm in Rechnung gestellt werden.

Welche Entscheidung die US-Handelsbehörde (ITC) oder die Gerichte treffen werden bleibt abzuwarten. Es geht hierbei wie es scheint nicht nur um Patente und Milliarden an Entschädigungszahlungen. Es geht auch um einen Platz in den Geschichtsbüchern, nämlich wer in ferner Zukunft als Erfinder des Smartphones gilt. Ist es derjenige mit den Technologien oder derjenige, der das Ganze in ein handliches Gerät packt?

Bild: apple.de