Es ist geschehen: eine der ältesten Verschwörungstheorien der Smartphone Welt ist endlich aufgedeckt! Und niemand Geringeres als Apple bestätigte die Tatsache, dass manch ältere iPhone Generation langsamer läuft. Und zwar absichtlich. Laut Apple hat das Ganze aber nichts damit zu tun, dass iPhone Besitzer zum Upgrade auf das neueste Modell gedrängt werden. Stattdessen will man mit der Verlangsamung die Akkus der altgedienten iPhones schonen. Was ist dran an der Erklärung?

Erscheint ein neues iPhone Modell, so dauert es nicht lange bis Besitzern der letzten Generation etwas Merkwürdiges auffällt: ihr iPhone scheint langsamer zu sein. Dahinter vermutet man Apple’s mehr oder minder böswillige Verkaufsstrategie. Durch die Verlangsamung der älteren iPhone Generationen sollen die Nutzer dazu gedrängt werden sich das neueste Modell zu kaufen. Ob diese Geschäftspraxis all die Jahre aufging oder nicht, lässt sich bei ständigen Verkaufsrekorden schwer nachweisen. Bisherige Vermutungen darüber, warum ältere iPhone Generationen langsamer werden, zielten oft auf die neue Software ab. Denn mit jedem neuen iPhone erscheint auch eine neue iOS-Version, die tatsächlich mehr Ressourcen verlangt. Von älteren Geräten mit schwächerer Hardware eben mehr als vom neuesten Modell.

Werden Kunden also getäuscht? Schließlich bewirbt Apple jede neue Generation mit besserer Hardware und längerer Akkulaufzeit. Diese wird zwar zum besseren Verständnis in Stunden angegeben, doch viele Nutzer dürften annehmen, dass sich an der Laufzeit auch nach ein oder zwei Jahren wenig ändert. Dass Akkus nach jeder Aufladung an ihrer gesamten Kapazität einbüßen ist eine Tatsache, an der weder Apple noch sonst irgendein Hersteller etwas ändern kann. Aber dass Apple aufgrund der Schonung des Akkus das Gerät insgesamt verlangsamt stößt auf Unverständnis. Schließlich nimmt Apple dem Nutzer die eigenständige Entscheidung ab mit seinem Gerät umzugehen wie dieser es wünscht. Die Metapher des Goldenen Käfigs kommt daher unweigerlich auf.

Apple selbst führte diese Methode vergangenes Jahr ein, also womöglich mit dem Release des iPhone 7 im September 2016. Der Öffentlichkeit teilte sie diese Entscheidung aber nicht mit, was auch App-Entwickler negativ beeinflussen kann. Diese entwickeln Anwendungen für mehrere iPhone Generationen ohne zu wissen, dass diese auf älteren Geräten langsamer laufen. Nutzer tendieren dann dazu diese Apps zu löschen, wenn sie nicht das neueste Gerät besitzen. Auf alle Fälle hat sich Apple keinen Gefallen damit getan das Ganze offiziell zu machen, nachdem es durch einen aufmerksamen Nutzer entdeckt wurde.

Diesem Nutzer fiel auf, dass sein iPhone 6s langsamer als seines Bruders iPhone 6 Plus lief, das ein Jahr früher erschien. Nach dem Austausch des Akkus seines iPhone 6s lief das Gerät wie ursprünglich und ohne Einbüßen an Performance. Ein Test mit Geekbench und verschiedenen iPhones mit unterschiedlichen iOS-Versionen zeigte anschließend, dass es sich hier tatsächlich um eine absichtliche Verlangsamung handelt. Die Lösung: der kostenpflichtige Austausch des Akkus in einem älteren iPhone befördert es wieder zu alter Stärke.

Ob diese Enthüllung den Ruf Apple’s langfristig zu schädigen droht muss sich erst zeigen. Inwieweit Apple Fans der Erklärung des Konzerns glauben, dass er nur zu ihrem Besten handelt, wird ein Blick in die zahlreichen Apple Foren zeigen. Im Grunde handelt es sich hier um ein schlechtes Beispiel für Unternehmenskommunikation mit der betroffenen Kundschaft. Und wie es aussieht, machen sich bereits Personen bereit Apple zu verklagen. Was haltet ihr von der Story? Seid ihr überrascht, enttäuscht oder gleichgültig dem Ganzen gegenüber?

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