Apple präsentierte sich gewohnt souverän am vergangenen Mittwoch. Nach monatelangem Stillschweigen enthüllte Steve Jobs das Apple iPad, den Tablet Mac.  Nach einem ersten euphorischen Kick, kehrt nun die Ernüchterung ein. Weltbewegend Neues oder Innovationen brachte das Apple iPad ganz und gar nicht.
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Mit dem iPad lässt sich wunderbar durch Webseiten mobil surfen oder dank dem eingebauten E-Book-Reader iBooks Bücher entweder unterwegs oder zu Hause auf der Couch lesen. Für die Arbeitstiere setzte man zudem iWork für das iPad um, ob sich damit mobil aber tatsächlich produktiv arbeiten lässt, sei Mal dahingestellt. Aber auch die Wiedergabe von Filmen oder das Betrachten von Fotos ist möglich. Außer einer gewohnt optisch schönen iBooks-App, ist das iPad viel eher jedoch ein aufgeblassener iPod touch mit optionaler, deutlich teureren UMTS-Anbindung. Das Tablet Mac soll sich überwiegend als mobiles Produkt etablieren, dafür gibt Apple die Akku-Laufzeit mit bis zu 10 Stunden an. Ob in der Praxis tatsächlich annähernd mit einem derartigen Durchhaltevermögen gerechnet werden kann, ist eher unwahrscheinlich, da sind 5 Stunden wohl eher die richtige Zeitangabe.

Somit ist man ständig auf eine Steckdose in der Nähe angewiesen, ansonsten kann schnell der Saft unterwegs einfach ausgehen, was fatal für ein mobiles Produkt wie das iPad ist. Angenommen man befindet sich auf einer stundenlangen Anreise zum Urlaubs- oder Arbeitszielort, da hält das iPad sicherlich nicht annähernd stand. Damit ist die Mobilität insofern eingeschränkt und bringt uns wieder zum Thema, besser günstiges Netbook mit auswechselbaren Akkus oder doch lieber Luxus-Tablet-Mac, überwiegend als Lifestyle-Accessorie?

Bisher steht der Clou des iPad leider noch aus. Die Funktionen sehen auf Blattpapier zwar gut aus, sind in der Praxis jedoch nicht ausreichend. Beispielsweise fehlt nach wie vor Multitasking und eine Flash-Unterstützung, die sollen nach bisherigen Vermutungen im iPhone OS 4.0 enthalten sein. Aber auch das mobile Kommunizieren via Voice-Over-IP wird wohl auch auf dem iPad nicht möglich sein, obendrein fehlt eine dazu passende Webcam. Damit kann es das iPhone nicht ersetzen und bringt so tendenziell keinen offensichtlichen Mehrwert. Der Medienkonsum steht im Gegensatz zur Produktivität im Vordergrund. Die Anschaffungskosten schrecken letztlich dann eine Vielzahl der Kunden ab.

Der Tablet Mac müsste im Idealfall das können, was ein MacBook unterwegs ermöglicht. Das sorgt dann jedoch für Produktinterne Konkurrenz, was sicherlich nicht im Interesse Apples ist. Da ist beispielsweise die mögliche Killer-App „iLife“ eine App, die genau dafür sorgen würde. Aber genau das gewisse Etwas fehlt unserer Auffassunge einfach noch, was einen Kauf des iPad rechtfertigen würde.

Summa summarum bleibt nur das Bild eines aufgeblassenen iPod touch, der nur unwesentlich mehr kann als sein kleiner Bruder, wofür der Endanwender jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Die Alltagstauglichkeit, insbesondere unterwegs, bleibt so nach wie vor offen. Tatsache ist lediglich, dass Apple ein weiteres Mal ein absolut chickes Lifestyle-Produkt geschaffen hat. Wo Apple drauf steht, ist mittlerweile fast schon Erfolg garantiert. Lasst uns den Launch abwarten. Bis dahin würde uns eure Meinung zum Apple iPad interessieren. Seht ihr einen konkreten Mehrwert? Kommt ein Kauf eines Tablet Mac für euch in Frage?