ipadLangsam trudeln die ersten kritischen, sehr negativen Pressestimmen ein. Weitgehend wird der gebotene Funktionsumfang bemängelt, so auch bei Mashable. Wir verfassten dazu jüngst ebenso einen Artikel. Heute wollen wir kurz  auf Basis von Mashable erläutern, was das iPad vermissen lässt:

Kein Multi-Tasking

Auf dem Apple iPad läuft das iPhone OS 3.2, das bedeutet im Umkehrschluss, dass derzeit nur jeweils eine Anwendung gleichzeitig ausgeführt werden kann. Trost spendet letztlich die Tatsache, dass Apple in einer kommenden Version des iPhone OS, vermutlich 4.0, die fehlende Funktionalität nachrüsten wird. Ohne Multi-Tasking kann das Apple iPad nur in einer sehr einfachen Form verwendet werden. Beispiel: Blogger beziehen sich gerne auf Quellen. Während des Schreibprozesses findet oft ein fliegender Wechsel zwischen Office-Anwendung und Browser statt. Das iPad beherrscht dies in dieser Form derzeit nicht.

Kein Drag & Drop-Dateinmanagement

iphone-syncNeben dem iPhone OS, hat das iPad auch das Filemanagement übernommen. Das bedeutet konkret, dass Dateien ausschließlich mit dem Computer/Mac ausgetauscht werden können, mit dem man das iPad anfänglich synchronisiert hat. Diese Bedingung ist für viele Haushalte mit mehreren Quellen, zum Beispiel mehrere Computer, Netzwerkfestplatten, Playstation 3 und weitere, ein absolutes Contra.

Solange Daten lediglich zwischen synchronisierten Primärgerät und iPad zirkulieren, gibt es sicherlich nichts zu bemängeln. Möchte man allerdings Fotos von einem Zweitgerät auf das iPad kopieren, muss zunächst alles in iTunes auf dem Primärgerät transportiert werden, erst dann können diese Inhalte mit dem iPad synchronisiert werden. Einfacher wäre da ein einfaches Drag & Drop über WLAN oder über eine USB-Verbindung.

Kein USB-Port und SD-Card-Slot

usb_connectors-ipadDas iPad synchronisiert sich via USB mit dem eigenen Adapter-Kabel. Das bedeutet allerdings, dass zahlreiche Zubehörteile, die man unter anderem bereits besitzt, nicht mit dem iPad verbinden kann. Es muss dementsprechend zwangsläufig ein separater USB-Adapter gekauft werden.

Dazu stellt Apple ein Camera-Connection-Kit bereit, das zwei Adapter, einen mit USB-Port und einen mit SD-Card-Slot, beinhaltet. Somit können Fotos entweder direkt über die Kamera oder über die SD-Karte importiert werden. Offen bleibt dahingehend, ob der USB-Port auch andere Peripherie-Geräte, zum Beispiel Mäuse und Tastaturen, unterstützt.

Der fehlende SD-Card-Slot lässt vermuten, dass Apple keine externe Speichererweiterung duldet. Entweder 16 GB, 32 GB oder 64 GB – umso mehr Speicher, desto mehr Anschaffungskosten. Darüber tröstet selbst der SD-Card-Adapter nicht hinweg.

Keine Flash-Unterstützung

flash-logoIm Verlauf von Jobs-Keynote zeigte sich auf der Website der New York Times, dass Adobe Flash anscheinend nicht unterstützt wird. Ein Wort verlor Jobs dazu an keiner Stelle. Apple scheint offensichtlich darauf zu hoffen, dass HTML5, was unter anderem YouTube unterstützt, in naher Zukunft Flash auf dem Markt verdrängen wird. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass dies innerhalb von zwei Monaten bis zum Launch passieren wird. Es bleibt vorerst also bei vielen lustigen blauen Würfeln mit Fragezeichen.

Kein HDMI-Ausgang

keinohr-hdDas iPad soll insbesondere im Wohnzimmer zum Einsatz kommen. Mal davon abgesehen, dass um Videos auf den heimischen Fernseher zu bringen, wieder ein eigener Adapter von Nöten ist. Das Problem dabei ist jedoch, dass ausschließlich ein VGA-Adapter bereit steht, der nur Bild aber keinen Ton überträgt.

Einzige Möglichkeit wäre da ein Mini-Display-Port-Adapter, der ist nach bisherigen Erkenntnissen allerdings nicht für das iPad vorgesehen. Somit bleibt alternativ nur noch die AV-Buchse, mit 480p. Von High-Definition 720p oder 1080p ist das iPad so Meilenweit entfernt.

4:3 Display – kein Widescreen und kein 1080p

Wenn wir schon beim Thema Ausgangssignal sind. Apple verspricht ein außergewöhnliches Filmerlebnis auf dem Apple iPad. Dafür können Filme und Fernsehsendungen aus dem Movie Store gekauft und ausgeliehen werden. Allerdings ist nur ein 4:3 Display verbaut, dementsprechend also kein Widescreen, außerdem unterstützt das iPad nur 720p.

Keine Kamera

ipad-google-mapsDas Apple iPad besitzt, wie der iPod touch, keine eingebaute Kamera. Das bedeutet, dass kein Video-Chat und keine Skype-Video-Konferenzen möglich sind, außerdem keine Fotos/Schnappschüsse unterwegs gemacht werden können. Für ein Gerät, dass sehr auf den Medienkonsum fokussiert ist, ein absolutes „No go“. Allerdings sind unter anderem Hinweise im iPhone SDK zu finden, die zeigen, dass Apple eine “Ansteckkamera” anbieten möchte.

Fazit

Die Erwartungen in das Apple iPad waren im Vorfeld sehr hoch gesteckt. Es war ohnehin schwer diese erstens zu erfüllen oder zweitens zu übertreffen. Eine fehlende Kamera-Unterstützung, kein HDMI-Ausgang und keine sinnvollen Anschluss- und Synchronisierungsmöglichkeiten sind schwerwiegende Mängel des iPads. Für ein Produkt, dass eigentlich auf Medienkonsum ausgelegt ist, kann es verhältnismässig wenig. Immer wieder gewinnt das Profitbild Apples an Bedeutung. Hauptsache Moneten durch Verkauf von Musik, Videos, Apps oder Bücher.

Nichtdestotrotz muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das Apple iPad im Einzelfall einen konkreten Mehrwert bringt. Es sollte jedoch genau überlegt werden, ob bis zu 829 Euro tatsächlich lohnenswert sind.

Quelle: Mashable