Apple Pay ist in den USA durchgestartet und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Bereits im November vergangenen Jahres war der mobile Bezahldienst für einen Prozent aller digitalen Zahlungsvorgänge in den USA verantwortlich. In Anbetracht der Beschränkung auf iPhone 6 und 6 Plus, da als einzige technisch in der Lage, ist das ein voller Erfolg. Allerdings weist die britische Tageszeitung The Guardian darauf hin, dass teilnehmende Banken die Sicherheit nicht ganz so ernst nehmen wie Cupertino dies vorschreibt.

Mobile Payment wird dieses Jahr ein Erfolg verschrieben, darin sind sich viele Experten einig. Denn wer hat schon Lust ewig lang in der Supermarktschlange zu stehen? So bequem Apple Pay auch ist und so sehr Cupertino auf die hohen Sicherheitsstandards pocht, gehen manche Banken sehr lax mit den Bestimmungen um. Das berichtet der Guardian, die die Fehler nicht in Apple Pay, wohl aber bei den teilnehmenden Banken sehen.

Um Apple Pay nutzen zu können, muss man seine Kreditkarten in das System auf dem iPhone 6 einfügen. Daraufhin muss die Bank die Identität prüfen und bestätigen, bevor die eingetragenen Kreditkarten zum Kauf freigeschaltet werden. Dafür stehen ihnen zwei “Pfade” zur Verfügung: Mit dem “green path” wird die Identität sofort bestätigt und der Kunde kann sein iPhone 6 zum Bezahlen verwenden. Beim “yellow path” hingegen bedarf es eventuell des Besuches der Bankfiliale.

iphone 6 apple pay

Unabhängig von beiden Fällen unterstützt Apple die Banken mit relevanten Informationen, darunter die Gerätenummer des iPhone, der Standort und weiterer Kennwerte. Daraufhin entscheiden die Banken, ob eine gründlichere Prüfung angemessen ist oder nicht. Und hier liegt das Problem: Manche Banken wählen zwar den “yellow path”, nehmen die Prüfung allerdings nicht ganz ernst. Teils verlangten diese Informationen, an die auch Hacker ohne Weiteres herankommen können, wie etwa die letzten vier Stellen der Sozialversicherungsnummer. Kaum auszudenken, was mit der eigenen Kreditkarte passiert, wenn diese einmal in die falschen Hände fällt.

Allerdings trifft auch Apple eine Mitschuld an dem laxen Umgang der Banken mit der Identitätsbestätigung. Erst wenige Wochen vor dem Release von Apple Pay wurde die nachträgliche Prüfung durch die Banken zum Muss gemacht. Das ließ den Geldinstituten wenig Zeit, die Kunden zu prüfen.

Möglicherweise werden uns solche Probleme nicht behellen, sollte Apple Pay hierzulande starten. Zum einen spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle, zum anderen die strikteren Datenschutzgesetze der Bundesrepublik und der Europäischen Union. Wir wünschen uns, dass Apple Pay ein unangreifbares System ist, mit dem wir viel Zeit im Supermarkt sparen können.

Quelle: appleinsider.com