Wer das Wort “iPhone” hört, denkt unweigerlich an Apple, das Apfellogo, Steve Jobs und und und. Auch in China dürften den Menschen diese Begriffe in den Sinn kommen, wenn vom berühmtesten Smartphone die Rede ist. Das könnte sich aber künftig ändern, zumindest für die Chinesen. Dort nämlich entschied ein Pekinger Amtsgericht, dass der Name “iPhone” nicht exklusiv Apple zusteht.

Auf der ganzen Welt hält Apple den Markennamen “iPhone” in den Händen, nur nicht in China. In Peking entschied nun ein Gericht zugunsten eines chinesischen Herstellers von Brieftaschen, Kreditkartenetuis und Schutzhüllen. Das in Peking ansässige Unternehmen “Xintong Tiandi Technology” vertreibt seine Produkte unter dem weltbekannten Namen “IPHONE” (wichtig: alles in Großbuchstaben). Das bringt Apple in eine Zwickmühle, denn einerseits verliert Cupetino die Hoheit über den Markennamen, andererseits dürfte derzeit kein Markt wichtiger sein als der chinesische.

Apple iPhone Markenstreit China Xintong Brieftasche

Xintong produziert und vertriebt seine Produkte seit mehreren Jahren unter dem Namen IPHONE. Und seit ebenso langer Zeit führt Apple vor chinesischen Gerichten den Markenrechtsstreit, seit 2012 um genau zu sein. Dieser Streit endet nun mit einer Niederlage Apple’s. Und das, obwohl Apple den Markennamen iPhone bereits 2002 hat schützen lassen. Die chinesische Firma kam 2007 mit seinem Antrag auf den Markennamen also deutlich zu spät. Wie das Gericht zu seinem Urteil gelangt, ist sehr interessant:

Das Pekinger Amtsgericht bezog sich bei seinem Urteil auf eine Entscheidung der chinesischen Patentbehörde von 2013. Apple brachte erst 2009 erstmals ein iPhone nach China und konnte laut dem Gericht nicht glaubwürdig nachweisen, dass der Name “iPhone” in China zu jener Zeit bekannt war. Zudem stellte das Gericht fest, würde keine Verwechslungsgefahr entstehen, da Apple technische Geräte herstelle und Xintong hingegen Lederwaren. Nach dem Urteil sprach Xintong gar vom “Sieg des freien Marktes” – eine eher überraschende Wortwahl für ein chinesisches Unternehmen, vor allem wenn es an eine amerikanische Firma gerichtet ist. Tja, den Sieg wollte man eben mit einem gewissen Hauch Erhabenheit auskosten. Wie oft kommt es schon vor, dass Apple klein beigeben muss?

Vielleicht schafft es Apple ja, den Namen iPhone in China wieder zurückzugewinnen. Schließlich klappte das auch beim Streit um den Namen “iPad”, das in China dem Unternehmen Proview gehörte. Nachdem Cupertino die Summe von 60 Millionen US-Dollar an die Firma überwies, gehörte iPad wieder Apple.

Quelle: appleinsider.com