Mit dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus kamen im Herbst 2014 erstmals gewachsene iPhones auf den Markt. Mit 4,7 und 5,5 Zoll Displays ausgestattet, sollten sie den allgemeinen Trend hin zu größeren Bildschirmen mitmachen, was ihnen auch gelungen ist. Nach anfänglicher Umgewöhnung können wir uns jetzt schlecht vorstellen zur 4 Zoll Diagonale zurückzukehren. Mit den großen Displays gab es aber auch das Problem des sich biegenden iPhone. Was gleich zum “Bendgate”-Skandal hochgepuscht wurde, betraf letzten Endes nur weniger Nutzer. Doch jetzt tut sich mit Verzögerung ein anderes Problem auf, das “Touch Disease” genannt wird und Apple auf die Anklagebank bringt.

Apple ist erneut mit Angelegenheiten vor Gericht befasst, die einerseits positiv für Cupertino ausgefallen sind, aber auch weitere Kopfschmerzen bereiten könnten. Ein Berufungsgericht sprach Apple eine Schadensersatzsumme von rund 120 Millionen US-Dollar zu, da Samsung das “Slide to unlock” Feature kopiert haben soll. Damit hob das Gericht eine Entscheidung der Vorinstanz auf, wonach die Koreaner keine Apple-Patente verletzt hätten. Das Geld kann Apple aber gleich in den nächsten Fall investieren.

Mittlerweile sind es drei Anwaltskanzleien, die mehr als 10.000 Kläger vertreten, und Apple auf die Anklagebank zerren wollen. Es geht um den Hardware-Fehler des iPhone 6 und iPhone 6 Plus, besser bekannt als “Touch Disease”. Hierbei tauchen zuerst graue Schlieren auf dem Display auf, die die Reaktionszeit des Touch Display beeinträchtigen. Ursache für diesen Fehler soll der Touch IC Controller auf dem Logic Board sein, der sich leicht verbiegt und das Display beeinträchtigt. Der Fehler tauchte bei den meisten Nutzern erst nach Ablauf der Garantie auf. Die Hauptursache des Ganzen ist also das sich leicht verbiegende iPhone 6 Gehäuse.

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Nun klagen die Nutzer nicht über den Fehler, sondern darüber wie Apple mit den Ansprüchen der Kunden umgegangen ist. Anstatt die Geräte kostenlos zu reparieren oder ein Ersatzgerät anzubieten, sollten die Kunden die Reparatur bezahlen. Und da es sich um einen komplexeren Hardware-Fehler handelt, dürften die Reparaturkosten schnell mehrere Hundert Dollar betragen. Beim iPhone 6s und 6s Plus verwendet Apple ein stabilieres Aluminium 7000 Gehäuse, was dafür spricht, dass sich Apple des iPhone 6 Problems bewusst ist. Wie sich das vor Gericht auswirkt und um wie viel Geld gestritten wird, zeigen die kommenden Wochen.

Quelle: 9to5mac.com