Der App Store ist die erste und einzige Anlaufstelle, um sich neue Apps und Spiele aufs iPhone, iPad oder iPod zu ziehen. Der App Store war auch Gegenstand eines Gerichtsverfahrens, das Apple gestern verlor. Wie das 9. US-Berufungsgericht entschied, würde der App Store mit seiner Politik gegen einen ungehinderten Wettbewerb verstoßen. Während der Richter dem Konzern keine Vorgaben gemacht hat, wie der App Store zu ändern sei, gab er stattdessen iOS-Nutzern das Recht Apple zu verklagen. Werfen wir einen Blick drauf was das Urteil für Apple und für uns Nutzer bedeutet.

Wer ein iPhone und Co. besitzt, kann sich seine Apps nur aus dem App Store holen. Die Ausnahme bilden iOS-Geräte, die per Jailbreak geknackt wurden und auf alternative und von Apple nicht abgesegnete Stores wie etwa Cydia zurückgreifen können. Gekackte iPhones gefallen Apple gar nicht, weshalb iOS Updates stets die Lücken zu schließen versuchen, die für die Öffnung des Systems verantwortlich sind. Die Tatsache, dass iOS Nutzer derart beschränkt werden, ruft auch Schadenfreude bei Android Nutzern hervor, die von Haus aus überall Apps und Spiele finden und installieren können.

Bei der gestrigen Entscheidung des Berufungsgerichts wurde ein Urteil von 2013 aufgehoben, das noch zugunsten Apple’s ausfiel. Gestern aber entschied der Richter, dass die App Store Politik es erlaubt Apple dafür zu verklagen, nämlich seitens der Nutzer. Der Grund dafür sollen wettbewerbsmindernde Praktiken sein, mit denen Apple die Konkurrenz aussticht und eigene Produkte bevorzugt behandelt. Angefangen hat das Ganze im Jahr 2012, als einige iPhone-Nutzer Apple vor Gericht zerrten. Im Jahr 2013 wurde dann von einem Gericht entschieden, dass Apple nicht verantwortlich sei, da die Apps von Entwicklern angeboten würden und sie das Geld verdienten. Auch beim aktuellen Verfahren verwies Apple darauf, dass wenn überhaupt, die Nutzer die Entwickler verklagen sollten. Der vorsitzende Richter akzeptierte diese Begründung nicht und verwies seinerseits darauf, dass das Bezahlen von Apps schließlich über iOS und somit über Apple läuft. Ob jetzt eine Welle von Klagen auf Apple zukommt, wird man abwarten müssen. Sicherlich dürfte Apple dieses Urteil anfechten.

Fakt ist, dass der App Store eine nach außen hin abgeschottete Plattform ist und nur Apple alleine darf entscheiden, welche App dort angeboten wird und welche nicht. Und auch die Tatsache, dass Apple eine Provision von 30 % kassiert, lässt den Hinweis darauf dass Entwickler das Geld verdienen als unglaubwürdig erscheinen. Cupertino selbst ist überzeugt von seiner App Store Politik, geht es doch um die Sicherheit der Nutzer und um die Kompatibilität der Apps mit den iOS Geräten.

Noch wird sich zeigen müssen, was das Urteil für Konsequenzen nach sich ziehen wird. Dass Apple von heute auf morgen seine App Store Politik verändert und es iPhones erlaubt Anwendungen aus anderen Quellen zu beziehen, gilt eher als unwahrscheinlich. Aber beobachten wir das Ganze mal in den nächsten Wochen und Monaten…