Ein Smartphone, dessen Speicherkapazität mit 16 Gigabyte angegeben ist, verfügt effektiv nicht über 16 Gigabyte internen Speicher. Das ist ein trauriger Status quo, mit dem man sich scheinbar abgefunden hat. Während man die ans Betriebssystem verlorenen Gigabyte zumindest bei Android Phones via microSD-Karte wett machen kann, hat man bei Apple’s iPhone eine solche Möglichkeit nicht. Dies veranlasste in den USA eine Sammelklage gegen die sich Apple nun entschieden wehrt.

Im Dezember 2014 wurde gegen Apple eine Sammelklage eingeleitet, bei der die Angaben zum internen Speicher als irreführend angeprangert wurden. Egal wie hoch die Speicherkapazität des iPhone ist – ob nun 16, 64 oder 128 GB -, stets gehen einige Gigabyte ans Mobilbetriebssystem iOS und vorinstallierten Apps “verloren”. Das wirft bei vielen Nutzern die Frage auf, warum denn nicht der Netto-Speicher angegeben wird, was beim iPhone 6 16 GB mit iOS 8 etwa 12 GB entspricht. Jedes weitere iOS Update frisst nochmals um die 150 MB weg.

Die Kläger meinen, dahinter ein System aufgedeckt zu haben, das den Kunden bewusst täuschen soll. So hätte Cupertino beim iPhone 6 mit voller Absicht die 32 GB Variante weggelassen, um Käufern des 16 GB Modells zusätzlichen Speicher über die iCloud zu verkaufen. Der Apple Incorporated nachzuweisen, dass sie absichtlich täuschen, ist indes schwer zu bewerkstelligen. Davon abgesehen, dass diese Praktik mit der Angabe zum Speicher immer nur den Bruttowert angibt und von jedem Hersteller so gehandhabt wird.

iPhone interner Speicher

Dementsprechend geht Apple in die Offensive und fordert die Einstellung des Verfahrens. Die Apple Anwälte tun dies aber nicht ohne jegliche Erwähnung technischer Details. So würden das Betriebssystem als auch die vorinstallierten Apps und jedes weitere Update zum Laufen und zur Stabilität des Systems beitragen. Man könne Apple auch schlecht dafür verklagen, dass eine gewisse Kapazität des Prozessors oder Arbeitsspeichers fürs Laufen des Systems draufgeht. Überdies wurde das Argument zerschmettert, man wolle Kunden kostenpflichtige iCloud Accounts andrehen. Schließlich erhalte jeder Apple Neukunde ganze 5 GB Cloud-Speicher umsonst in die Hand gedrückt.

Es gilt als sicher, dass die Klage abgewiesen wird. Das ändert dennoch nichts daran, dass hinter der Angabe zur Speicherkapazität ein gewisse Irreführung steckt. Diese praktizieren neben Apple alle anderen Hersteller auch. Selbst beim Kauf eines Windows Rechners, auf dessen Verkaufsschild 500 GB Festplatte steht, wird man einige Gigabyte für Microsoft streichen müssen.