Mit der Vorstellung eines neuen iPad der vierten Generation hat Apple bei Besitzern eines iPad 3 für Empörung gesorgt. Doch warum hat sich Apple zu diesem Schritt entschieden? Dafür gibt es ein paar gute Gründe!

Auf der gestrigen Keynote hat Apple ein wahres Produktfeuerwerk abgefackelt. Sehr überraschend für viele war dabei die Präsentation eines generalüberholten iPads – gerade einmal sieben Monate, nach dem Apple das iPad 3 vorstellte. Deren Besitzer werden verständlicherweise alles andere als erfreut über das iPad 4 sein und werden sich mitunter „verarscht“ vorkommen.

iPad 3 nach 7 Monaten zum Oldtimer degradiert

Denn das iPad 4 bietet neben dem neuen Lightning-Connector auch noch einen deutlich schnelleren A6X-Chip, der doppelt so viel Prozessor- und Grafikpower leistet, sodass das iPad 3 wieder fast zu einem „Oldtimer“ degradiert wird. Zudem wurde die LTE-Unterstützung überarbeitet, sodass man mit dem iPad jetzt auch im deutschen LTE-Netz der Telekom surfen kann. Die Frontkamera macht Fotos mit 1,2 Megapixel und Videos in 720p, während die rückwertige Kamera (5 Megapixel) gleich bleibt. Ein weitere Neuheit ist das 12 Watt Netzteil, mit dem man das iPad etwas schneller aufladen kann, wobei die Akkulaufzeit trotz schnellerem Prozessor unverändert bleibt.

Die Folge der ganzen Verbesserungen am iPad 4 ist, dass es zu einem rapiden Preisverfall beim iPad 3, was für weiteren Unmut in deren Lager sorgt. Merkwürdig ist darüber hinaus, dass Apple das iPad der dritten Generation aus dem Sortiment gestrichen hat, während das iPad 2 zum günstigeren Preis weiter verkauft wird.

Doch warum hat sich Apple für die schnelle Einführung eines iPad 4 entschieden, wartet man doch sonst üblicherweise ein Jahr, bis die neue Generation vorgestellt wird?

Alle iOS-Geräte jetzt mit Lightning-Connector ausgestattet

Zum einen wollte Apple um jeden Preis alle iOS-Geräte mit dem neuen, kleinen Lightning-Connector ausstatten. Nachdem das iPhone, iPod und auch das iPad mini über den neuen Anschluss verfügen, sollte das iPad nicht außen vor stehen. Und ein reines iPad-Update, bei dem nur der Anschluss verändert wird, hätte man dem Kunde nicht zumuten können. Durch die verbesserte Hardware hat Apple zugleich einen weiteren Kaufgrund geliefert – da kommt das anstehende Weihnachtsgeschäft gerade recht.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Apple jetzt seine gesamte mobile Produktlinie wieder mit dem gleichen Anschlussstandard anbietet.

Abstand zum iPad mini untermauern

Zum anderen könnte aber auch das iPad mini die zeitgleiche Einführung des iPad 4 befeuert haben. Ganz einfach, um einen Leistungsabstand zum kleinen Miniatur-iPad zu schaffen. Leistungstechnisch fällt der Unterschied zwischen dem iPad mini und iPad dank der vierten Generation weiter groß aus und Kunden haben jetzt die Wahl, sich eventuell für ein Premium-Gerät (iPad 4) und einem Einstiegsgerät (iPad mini) zu entscheiden.

Am Ende bleibt für iPad 3-Besitzer ein fader Beigeschmack. Doch Apple wird garantiert im März die nächste Generation präsentieren. Vielleicht ein kleiner Trost…