Bereits seit einem halben Jahr können Apple-Nutzer in Amerika auf Apples Musik-Streaming-Angebot iTunes Radio zugreifen. Doch das Onlinemagazin „Macworld“ musste eine enttäuschende Bilanz ziehen. Zu viele Einschränkungen und zu große Konkurrenz. Demzufolge bleibt der erhoffte Erfolg von Apple aus.

Wer sich werbefreiem Musikgenuss hingeben mag, sieht sich erst einmal einigen Hürden gegenüber. Nur wer ein iTunes-Match-Abo sein Eigen nennt, kann die Werbeeinblendungen im iTunes Radio deaktivieren. Dass dies mit Kosten verbunden ist dürfte jedem klar sein. Aber selbst dann ist der Musikgenuss noch limitiert. Denn Apple beschränkt die iTunes-Bibliothek auf 25.000 Titel. Wer darüber hinaus liegt, kann selbst mit einem Abo die Werbeeinblendungen nicht wieder deaktivieren.

Auch Genuis-Listen enttäuschen

Auch die Qualität der Genuis-Listen wurde von „Macworld“ getestet. Anhand eines Songs soll von iTunes Radio ein passendes Programm mit ähnlicher Musik zusammengestellt werden. Doch beim Beispiel Bing Crosbys „White Christmas“ wurden keine Weihnachtslieder in die Wiedergabelisten geladen, sondern nur ein Mix aus Oldies der 40er und 50er. Beim eher ruhigen Titel von Brian Eno wurde sogar Electropop à la Kid Loco anstelle einer Ambient-Playlist ausgewählt.

Beim selben Test mit dem schon seit längerem verfügbarem Pandora-Internetradio, wurden die gewünschten Playlisten hingegen erstellt. Wäre Apple nicht mit dem Vorsatz angetreten, ein besseres Produkt als alle anderen anzubieten, könnte man noch darüber hinwegsehen. Doch mit diesem Anspruch an sich selbst der Beste auf dem Markt zu sein, bleibt iTunes Radio eher etwas für oberflächliche Musikhörer. Andere und vor allem kostenlose Konkurrenten wie beispielsweise „Spotify“ oder „Rdio“ bieten da besseren Service.

Fazit: iTunes Radio hat noch viel Luft nach oben

Als Fazit lässt sich sagen, dass iTunes Radio ganz nett sein kann, einen Musikfan lockt Apple mit seinem Musik-Streaming-Dienst jedoch nicht hinter dem Ofen hervor. Zudem sieht sich Apple inzwischen auch außerhalb der USA mit zunehmend attraktiveren Gratis-Angeboten der Konkurrenz, beispielsweise Spotify oder Rdio, konfrontiert.