Apple selbst teilt seine Verkaufszahlen zwar mit, nennt aber keine Details. So wird gerne von einem neuen Rekord gesprochen, doch ob ganz neue oder alte iPhones über die Ladentheke gingen, müssen Marktanalysten aufwendig herausfinden. Und so wird viel spekuliert und im Dunkeln gestochert. Einer der bekannteren Analysten, der sich schon durch manche treffsichere Aussage einen Namen gemacht hat, heißt Ming-Chi Kuo. Dieser hat seine Prognose fürs restliche Jahr nach oben korrigiert: Apple wird mehr iPhone 7 verkaufen. Doch: es sind weniger als beim iPhone 6s.

Anfangs gingen die Marktforscher von KGI davon aus, dass Apple bis zum Jahresende etwa 65 Millionen iPhone 7 und 7 Plus verkaufen wird. Diese Zahl wurde nun nach oben korrigiert, nämlich auf 70 bis 75 Millionen Einheiten des iPhone 7 und 7 Plus. Da Apple beim Mitteilen seiner Verkaufszahlen nicht nach einzelnem Gerät aufschlüsselt, sind in dieser Zahl das kleine wie große iPhone 7 einkalkuliert. Grund für die Annahme, dass die iPhone Verkaufszahlen steigen, sollen zum einen das Desaster ums Samsung Galaxy Note 7 sowie die Dual Kamera des iPhone 7 Plus sein.

Der größere Faktor dürfte jedoch die künstliche Verknappung sein. Schon kurz nach dem man die neue iPhone Generation vorbestellen konnte, waren einige Modelle vergriffen, vor allem die Modelle in Diamantschwarz. Dass dieses Modell so schnell weg war und jetzt nur mit wochenlanger Wartezeit bestellt werden kann, soll am komplexeren Produktionsprozess liegen die Farbe aufzutragen.

Zu gestiegenen Verkaufszahlen führen laut KGI die zahlreichen Promo-Aktionen von US-amerikanischen Mobilfunkanbietern. Manch einer bietet einen 100 Dollar Rabatt beim Kauf eines iPhone 7 Plus, während man mit dem Eintausch des iPhone 6s das neue iPhone kostengünstiger bekommt. Zudem hat Apple beim Marktstart des iPhone 7 viel mehr Länder involviert als noch letztes Jahr.

All das führt zwar zu leeren Verkaufsregalen, zumindest was die diamantschwarzen Modelle betrifft, während die Verkaufszahlen insgesamt steigen und vor allem die des iPhone 6s in den Schatten stellen sollen. Andere Marktforscher aus Fernost gehen sogar von 80 bis 85 Millionen verkauften Einheiten aus. Diese Annahme gründet auf Apple’s Bestellung von so vielen Komponenten bei koreanischen Zulieferern vor dem Release. Welche Zahl es am Ende auch sein wird, dass das iPhone 7 ein Flop wird wie viele behaupteten, scheint schon mal abgewendet.