apple-ipad-officialDie Gerüchteküche brodelte im vergangenen Jahr, insbesondere aber in den letzten Wochen, nahezu ununterbrochen. Dabei ging es natürlich überwiegend um Apples mögliches neues Produkt, das eigentlich schon seit zwei Jahren in Planung ist und Steves größte Tat aller Zeiten gewesen sein soll. Umso klarer wird, wieso gerade das gestrige Presseevent derartig polarisierte, vielerorts brachen die Server gleich ganz zusammen, da der Ansturm einfach zu riesig auf einen Großteil der Mac-Internetportale war. Im Gegenzug sind die Erwartungen an einen solchen Tablet Mac sehr hoch gewesen.

Steve Jobs zeigte sich davon letztlich unbeeindruckt und enthüllte gestern Abend den „Apple iPad“ genannten Tablet Mac. Um eines vorweg zu nehmen, all das was die letzten Wochen angeblich über die technischen Spezifikationen bekannt wurde, hat sich bewahrheitet. Das Apple iPad soll auf dem Markt nun eine ähnlichen Erfolg erzielen, wie es seiner Zeit dem Apple iPhone gelungen ist. Ironischerweise spielte Jobs dabei auf den stärkeren Umsatz des eigenen Unternehmens im Vergleich zum schwedischen Smartphone-Hersteller Nokia.

Das Apple iPad ist letztlich eine Mischung aus MacBook und iPod touch. Der erste Eindruck ist dennoch sehr positiv. Das iPad wirkt äußerlich sehr chick und passt sich exakt in das bekannte Produktdesign ein. Es ist 1,34cm dick, 24,28cm hoch und 18,97cm breit. Außerdem wiegt es knapp 700 Gramm. Wie bereits erwartet, verfügt es über ein 9,7-Zoll LCD-IPS-Display mit einer Multi-Touch-Oberfläche, präsentiert in der Auflösung von 1024×768 Pixeln. Im Inneren werkelt ein Prozessor des, im Jahr 2007 erworbenen Chipherstellers, P.A.Semi, ein 1 GHz Apple A4. Platz finden alle Daten auf wahlweise 16 GB, 32 GB oder 64 GB Flash-Speicher. Das Durchhaltevermögen dürfte darüber hinaus für Freude sorgen, denn Apple gibt eine Akku-Laufzeit von bis zu 10 Stunden an.

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Die wichtigsten Funktionen und Fakten im Überblick:

  • Mobile Surfmöglichkeit, allerdings unter Verzicht auf Flash. Wir erinnern uns, auf dem iPhone hofft man ebenso seit Monaten auf eine baldige Unterstützung von Flash-Medien.

  • E-Book-Reader. Hauptfunktionalität ist natürlich die Nutzung als Lesegerät, um ein Buch, eine Zeitung oder ein Magazin mobil zu lesen. Dazu steht nun „iBooks“ bereit, in dem Bücher als E-Books erworben werden können.

  • Medienplayerfunktionalität – Insgesamt wurde die Wiedergabe von Medien auf dem iPad deutlich optimiert. Es gleicht nahezu eins zu eins iTunes, bedient sich auf die selbe Art und Weise und bereitet vorhandene Medien sinnvoll auf. Die Wiedergabe von HD-Materialien (Filme und Fernsehsendungen), sowie das Betrachten von Fotos wird ebenso unterstützt.

  • Mobiler Arbeitsplatz und mobile Spielekonsole – Dank einer modifizierten iWork-Version ist es auf dem iPad möglich Dokumente, Tabellenkalkulationen und Präsentationen entweder zu erstellen oder bestehende zu bearbeiten. Aber auch das Empfangen von Emails ist dem iPad kein Fremdwort und wird sogar durchaus sehr positiv gezeigt (siehe dazu beigelegte Bilder). Eine nahtlose App-Store-Unterstützung erlaubt zudem die Nutzung als unter anderem Spielekonsole. Über 140.000 Applikationen bieten dabei jede Menge Spiele aus verschiedenen Genres.

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Auf dem iPad werkelt ein modifiziertes iPhone OS, das im Vergleich zum iPhone in der Lage ist, den Homescreen noch individueller an die eigenen Bedürfnisse und den eigenen Geschmack anzupassen. Das Hintergrundbild, kann je nach Wunsch, ersetzt werden. App Store, iTunes Store und sämtliche Standard-Applikationen erhielten eine optische Anpassung an die Displaygröße. Dazu am besten die Bilder unter dem angehängten Link durchschauen, die diese Feststellung ganz deutlich zeigen. Da bleibt nur eines zu erwähnen, die Menüs und Applikationen sind gewohnt simpel und minimalistisch gehalten, was zur Usability im Umkehrschluss beiträgt und zum Beispiel das iPhone unter anderem maßgeblich zum Erfolg geführt hat.

Erwähnenswert ist dabei die iBooks-Applikation. Apple hat hier tatsächlich versucht ein ähnliches Feeling, wenn auch nicht physikalisch, beim Lesen auf dem Tablet Mac hervorzurufen. Auch hier verweisen wir auf die Bilder hin, die sich nun selbst erklären sollten.

Tatsache ist, dass Apple hier nun einen weiteren Part des iTunes Store realisiert hat. Einen Book Store, der sich nun neben dem App, Music und Movie Store einordnet. Apple deckt somit im Prinzip alle Bereiche der Unterhaltungsbranche ab und profitiert von diesem Markt nicht nur in den letzten Jahren, sondern wird es insbesondere in der Zukunft. Natürlich dürfte Apple damit großteils die Aufmerksamkeit der Industrie (Musik-, Film- und Bücher-) auf sich lenken. Man darf sich dementsprechend nicht wundern, wenn demnächst vermutlich die Werbekeule geschwungen wird.

Sechs Tablet-Mac Versionen

Das Apple iPad verzichtet natürlich nicht auf eine drahtlose Internetverbindung. Das geschieht wahlweise über WiFi oder UMTS, wobei das UMTS-Modul nur optional gegen einen Aufpreis angeboten wird. Somit ergeben sich insgesamt sechs Produktversionen:

Das Apple iPad mit 16 – 64 GB mit WiFi, ohne UMTS-Modult, kostet 499 US-Dollar, 599 US-Dollar bzw. 699 US-Dollar. Mit UMTS-Modul werden nochmals 120 US-Dollar mehr fällig. Einziges Trostpflaster ist dabei, dass der Tablet Mac in einen nahezu vollwertigen Mac verwandelt werden kann. Dazu entwickelte man ein iPad-Dock mit Keyboard. Was das dann jedoch kosten wird, ist bisher noch nicht bekannt. Das iPad mit UMTS-Modul ist in 90 Tagen und das iPad ohne UMTS-Modul ist in 60 Tagen weltweit im Handel zu kaufen. Natürlich wird das iPad mit UMTS-Modul vom Werk aus Simlockfrei ausgeliefert.

Fazit

Der gestrige Abend erfüllte im Grunde die Erwartungen an das Event. Dennoch hat Apple das Rad nicht neu erfunden, auch handelt es sich beim Apple iPad nicht um eine weltbewegende Innovation. Eines ist Apple definitiv gelungen, zunächst jede Menge Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und einen gewohnt intuitiven Gesamteindruck zu hinterlassen. Ob es eine ähnliche Popularität erreichen kann, wie das iPhone, muss sich erst noch zeigen. Festzuhalten ist lediglich, dass durch die einfache Bedienung und die Fähigkeit den Tablet Mac nach Belieben zu erweitern, nicht nur eine Nische bedient wird, sondern dank des Preise vor allem auch das Konsumfreudige Klientel.

Alle veröffentlichten, offiziellen Produktbilder finder ihr derzeit auf der amerikanischen Apple-Website.
Wie steht ihr dazu? Wurden eure Erwartungen an das Apple iPad erfüllt? Hinterlasst doch einen Kommentar und kommt mit uns ins Gespräch!